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Geburt ohne PDA: Welche Alternativen mit und ohne Schmerzmittel gibt es?

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aktualisiert am 21.08.26

Eine Geburt ohne PDA ist für viele Frauen ein Wunsch – gleichzeitig ist die Sorge gross, wie sich die Wehenschmerzen ohne Periduralanästhesie bewältigen lassen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten der Schmerzlinderung während der Geburt: von Atem- und Entspannungstechniken über Wärme und Wasser bis hin zu anderen medikamentösen Verfahren.

Wichtig ist: Eine Geburt ohne PDA ist kein Ziel, das du unbedingt erreichen musst. Entscheidend ist, dass du deine Möglichkeiten kennst und während der Geburt die Schmerzlinderung wählen kannst, die zu dir und deiner Situation passt.

In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Alternativen zur PDA es gibt und wie du dich bereits während der Schwangerschaft auf den Umgang mit Wehen und Geburtsschmerzen vorbereiten kannst.

Welche medikamentösen Alternativen zur PDA gibt es?

Neben einer PDA stehen während der Geburt – je nach Geburtsort und individueller Situation – weitere medikamentöse Möglichkeiten zur Schmerzlinderung zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise Lachgas, Opioide oder lokale Nervenblockaden. Welche Verfahren angeboten werden und geeignet sind, solltest du mit deiner Hebamme oder dem medizinischen Team besprechen.

Krampflösende Medikamente

Die Öffnung des Muttermunds kann häufig längere Zeit in Anspruch nehmen, wodurch eine verkrampfte Muskulatur nicht selten ist. Krampflösende Mittel wie Buscopan können helfen, die Muskulatur wieder zu entspannen. Diese Medikamente werden in Form von Spritzen, Tabletten, Zäpfchen oder Tropf verabreicht. 

Lachgas

Bekannt vom Einsatz beim Zahnarzt, kann das Lachgas auch bei der Geburt eingesetzt werden. Die Wirkung tritt schnell ein, sobald das Distickstoffmonoxid eingeatmet wird, trägt aber vielmehr für einen kurzzeitigen Komfortmoment als zu der Linderung von Geburtsschmerzen bei.

Leider sind auch Nebenwirkungen wie Übelkeit und Schwindel oder Erbrechen denkbar. Ob sich der Einsatz von Lachgas negativ auf das Baby auswirkt, ist noch nicht endgültig bekannt, dennoch sind die APGAR-Werte von Kindern, deren Mütter Lachgas bei der Geburt verwendet haben, nicht auffällig. 

Pudendusblock – lokale Nervenblockade

Hierbei handelt es sich um eine lokale Nervenblockade, welches wie eine örtliche Betäubung direkt in die Wand der Scheide, nah an den Pudendusnerv, gespritzt wird, um so das Schmerzempfinden beim Durchtreten des Köpfchens zu verringern. Gegen den Wehenschmerz ist es jedoch keine Hilfe. Auf dieses Betäubungsmittel wird wenn dann beim Einsatz mit der Saugglocke oder Zange zurückgegriffen.

Lese auch: Geburt mit PDA – Wie läuft sie ab und wie kann sie die Geburtsschmerzen lindern?

Opioide

Nicht zu verwechseln mit dem stark abhängig machendem Opium sind Opioide, opiumähnliche Mitteln, welche eine starke Betäubung hervorrufen. Durch das direkte Spritzen in einen Muskel oder die intravenöse Verabreichung sind Opioide ein hilfreiches Schmerzmittel gegen die Geburtsschmerzen, gehen allerdings auch häufig mit starken Nebenwirkungen, wie Blutdruckabfall, Übelkeit und Erbrechen sowie Schwindel und Benommenheit einher.

Auch das Baby kann von dem Wirkstoff betroffen sein, indem es seine Atmung beeinträchtigt oder es müde macht. Die Wirkung dieses Schmerzmittels hält in der Regel bis zu zwei Stunden. 

Geburt ohne PDA: Welche Möglichkeiten gibt es ohne Medikamente?

Auch ohne Medikamente gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit Wehenschmerzen umzugehen. Dazu gehören Atem- und Entspannungstechniken, Hypnose, Bewegung und Positionswechsel, Wärme, Wasser, Massage oder Akupressur.

Diese Methoden nehmen die Schmerzen nicht zwangsläufig vollständig weg. Sie können aber dabei unterstützen, mit den Wehen umzugehen, Anspannung zu reduzieren und sich während der Geburt möglichst sicher und gut begleitet zu fühlen. 

Hypnose & HypnoBirthing

HypnoBirthing verbindet Wissen über die Geburt mit Atem-, Entspannungs- und Mentaltechniken. Ziel ist nicht, eine bestimmte Art von Geburt zu erreichen, sondern dir Werkzeuge mitzugeben, mit denen du mit Anspannung, Ängsten und den intensiven Empfindungen während der Geburt besser umgehen kannst.

Selbsthypnose und Entspannungstechniken können während der Geburt eingesetzt werden, um die Aufmerksamkeit bewusst zu lenken und einen möglichst ruhigen Zustand zu fördern. Die Selbsthypnose während der Geburt konnte bereits in vielen wissenschaftlichen Studien als wirksames Mittel gegen die Geburtsschmerzen überzeugen.

Atemtechniken

Eine ruhige, bewusste Atmung gehört zu den einfachsten Techniken, die du während der Geburt selbst einsetzen kannst. Sie kann dabei helfen, den Fokus zu halten, Anspannung zu reduzieren und zwischen den Wehen wieder bewusst in die Entspannung zu kommen.

In unseren HypnoBirthing-Kursen lernst du verschiedene Atemtechniken für die unterschiedlichen Phasen der Geburt kennen. Wichtig ist, sie bereits während der Schwangerschaft zu üben, damit sie dir unter der Geburt vertraut sind.

Tipp: In unserem Blogartikel zur Atmung bei der Geburt erfährst du mehr darüber. 

Wassergeburt

Ebenfalls belegt ist, dass die Geburt in der Wanne die Geburtsschmerzen lindern kann. Das warme Badewasser kann besonders während der Eröffnungswehen wohltuend sein und schmerzlindernd wirken.

Schwangere, deren Babies mittels einer Wassergeburt zur Welt kamen, haben seltener eine PDA benötigt. Weitere Vorteile einer Wassergeburt sind die verkürzte Geburtszeit sowie eine reduzierte Wahrscheinlichkeit, dass es zu Geburtsverletzungen kommt. 

Der Einsatz von Wärme ist auch ohne eine Wassergeburt hilfreich. So kann beispielsweise eine Wärmflasche am unteren Rücken guttun. 

Wenn du mehr über das Thema der Wassergeburt erfahren möchtest, dass klick dich hier zu unserem Beitrag darüber.

Akupunktur & Akupressur

Ebenfalls hilfreich gegen den Schmerz der Wehen ist der Einsatz von Akupunktur oder Akupressur. Bei der ersten Methode werden Nadeln an bestimmte Schmerzpunkte gesetzt.

Durch die Stimulierung dieser Punkte an Unterbauch, Innenseiten der Oberschenkel und den Händen können Wehenschemerzen reduziert werden. Die Methode kann einerseits im Kreißsaal selbst eingesetzt werden, aber auch als geburtsvorbereitende Akupunktur

Bei der Akupressur handelt es sich um das Drücken bestimmter Punkte, welche kurzzeitig Schmerzen lindern sollen. Dies ist eine ebenso geeignete Methode, die während der Geburt angewendet werden kann. 

Weitere nichtmedikamentöse alternative Methoden zur PDA

Als weitere Alternativen zu den obgenannten Methoden kommen folgende Möglichkeiten in Frage, welche gerade in der frühen Eröffnungsphase eine gute Schmerzlinderung bewirken können:

  • Aromatherapie
  • Massagen
  • Bewegung und gelegentliche Positionswechsel
  • der Einsatz von TENs
  • Einbezug einer zusätzlichen Begleitperson oder Doula

Gut zu wissen: Gerade in einer Geburt im Geburtshaus oder zu Hause bestehen nur eingeschränkte Möglichkeiten der medikamentösen Schmerzlinderung, weshalb viele Hebammen auf alternative Methoden setzen. 

Gut vorbereitet auf den Umgang mit Geburtsschmerzen

Du kannst vor der Geburt nicht wissen, wie intensiv du die Wehen erleben wirst oder welche Form der Schmerzlinderung du während der Geburt möchtest. Was du aber tun kannst: dich vorbereiten.

In unseren HypnoBirthing-Kursen lernst du Atem-, Entspannungs- und Mentaltechniken kennen, die du während der Geburt selbst einsetzen kannst. Gleichzeitig beschäftigen wir uns mit dem Ablauf der Geburt und deinen verschiedenen Möglichkeiten – damit du nicht an einem bestimmten Geburtsplan festhalten musst, sondern informiert und vorbereitet entscheiden kannst.

Mehr über unsere HypnoBirthing-Kurse erfahren →

Fazit: Eine Geburt ohne PDA ist möglich – aber kein Muss

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Geburtsschmerzen zu lindern oder besser mit ihnen umzugehen – sowohl mit als auch ohne Medikamente. Welche Methode für dich geeignet ist, hängt von deinen persönlichen Bedürfnissen, dem Verlauf der Geburt und den Möglichkeiten an deinem Geburtsort ab.

Wenn du dir eine Geburt ohne PDA wünschst, kann es sinnvoll sein, dich bereits während der Schwangerschaft mit Atem-, Entspannungs- und Mentaltechniken sowie weiteren Möglichkeiten der Schmerzlinderung vertraut zu machen.

Gleichzeitig darfst du während der Geburt jederzeit neu entscheiden. Eine PDA in Anspruch zu nehmen bedeutet nicht, dass deine Vorbereitung „nicht funktioniert“ hat. Eine gute Geburtsvorbereitung gibt dir nicht einen einzigen richtigen Weg vor – sie hilft dir, deine Möglichkeiten zu kennen und informierte Entscheidungen zu treffen.

Tipp: Sprich vorab mit deiner Hebamme und/oder deinem Arzt / deiner Ärztin, welche Methoden zur Schmerzlinderung an deinem Geburtsort angewendet werden. 

FAQs

Kann man ohne PDA gebären?

Eine Geburt ohne PDA ist durchaus möglich. Je nach Schmerzempfinden ist die Periduralanästhesie gar nicht nötig. Auch durch die entsprechende Geburtsvorbereitung oder den Einsatz von Alternativen kann eine Geburt natürlich und schmerzreduziert ablaufen.  

Welche Alternativen zur PDA gibt es bei der Geburt?

Schmerzmittel wie Spinalanästhesie, krampflösende Medikamente (Buscopan), Opioide oder Lachgas können als Alternative zur PDA verwendet werden. Auch natürliche schmerzlindernde Mittel wie der Einsatz von Hypnose und bestimmten Techniken der Atmung, eine Wassergeburt oder Akupunktur bzw. Akupressur sind sehr hilfreiche Alternativen. 

Wie viele Frauen gebären ohne PDA?

Laut dem ausführlichen Statistikbericht der frei praktizierenden Hebammen der Schweiz haben 2020 von 85.234 Frauen 32.046 hatten eine Spontangeburt ohne PDA und 2.029 Frauen eine Instrumentalgeburt ohne PDA. 

Was sind die Vor- und Nachteile einer PDA bei der Geburt?

Wenn auch eine PDA die Schmerzen der Geburt lindert, sollte sie nicht leichtfertig in Anspruch genommen werden. In manchmal Fällen ist es durchaus ratsam, auf eine Periduralanästhesie zurückzugreifen, dennoch bringt eine PDA nicht nur Vorteile mit sich. So kann eine PDA dafür sorgen, dass sich der Geburtsverlauf verlängert, was auch das Baby beeinflussen kann. In seltenen Fällen muss dann noch weiter nachgeholfen werden, das Baby auf die Welt zu bringen. 

Zudem sind Nebenwirkungen im Wochenbett, wie Kopfschmerzen oder ein niedriger Blutdruck, möglich. Sollte schon vorher ein niedriger Blutdruck vorliegen oder besteht eine Allergie gegen Lokalanästhetika, ist eine PDA nicht möglich.  

Wann kann eine PDA bei der Geburt sinnvoll sein?

In manchen Fällen ist eine PDA durchaus nötig. Dies wird aber von den Ärzten und Hebammen vor Ort entschieden. Alternativ stehen auch andere (medikamentenfreie) Alternativen zur Schmerzlinderung zur Verfügung. 

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Nadine Ballmer

Beitrag von

Nadine Ballmer

Nadine Ballmer ist die Gründerin und CEO von HypnoBirthing Schweiz und hat die Geburtsvorbereitung in der Schweiz revolutioniert. Mit über 14 Jahren Erfahrung und einer beeindruckenden Ausbildung als Mentaltrainerin, Hypnoseinstruktorin NGH sowie diversen Weiterbildungen in EMDR, NLP, Schmerzmanagement, Sportmentaltraining und provokativer Therapie, widmet sie sich der Mission, Frauen eine Geburt ohne Angst und mit reduzierten Schmerzen zu ermöglichen. Seit 2009 hat Nadine Ballmer mit ihrem Team unzähligen Familien geholfen, sich auf eine positive Geburtserfahrung einzustimmen. Mit ihrem Unternehmen MentalMed Group GmbH unterstützt sie zudem Frauen und Paare mit unerfülltem Kinderwunsch sowie Athleten im Sport- und Leistungsbereich und bildet in ihren Seminaren MentaltrainerInnen aus. Sie ist Mutter von Zwillingen und einem Jungen, passionierte Halbmarathon-Läuferin und lebt in Zürich.

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