
aktualisiert am 12.09.26
Akupunktur zur Geburtsvorbereitung wird häufig in den letzten Wochen der Schwangerschaft eingesetzt. Viele Schwangere fragen sich jedoch: Ab wann ist geburtsvorbereitende Akupunktur sinnvoll? Wie läuft eine Behandlung ab, wie oft sollte sie durchgeführt werden – und was kann sie tatsächlich bewirken Besonders bekannt ist das sogenannte Mannheimer Schema, das ab der 36. Schwangerschaftswoche angewendet wird. Studien dazu zeigen interessante Ergebnisse, unter anderem zur Reifung des Muttermundes und zur Geburtsdauer bei Erstgebärenden.
In diesem Ratgeber erfährst du, wie geburtsvorbereitende Akupunktur abläuft, welche Vorteile und möglichen Nebenwirkungen es gibt, was die Behandlung kostet und welche besondere Rolle der kleine Zeh spielt.
Höre hier den Podcast zum Thema Akupunktur in der Schwangerschaft und während der Geburt.
Was ist geburtsvorbereitende Akupunktur und wie funktioniert sie?
Die geburtsvorbereitende Akupunktur beginnt häufig ab der 36. Schwangerschaftswoche und findet in der Regel einmal pro Woche statt. Dabei werden ausgewählte Akupunkturpunkte stimuliert. Beim Mannheimer Schema werden ab der 38. Schwangerschaftswoche zusätzliche Punkte behandelt.
Die feinen Nadeln verbleiben meist etwa 20 Minuten im Körper. Der Einstich wird von vielen Frauen kaum oder nur kurz wahrgenommen. An einzelnen Punkten kann während der Behandlung ein Kribbeln, Wärmegefühl oder ein leichtes Ziehen entstehen.
Wann sollte man mit der Akupunktur beginnen?
Gegen Ende der Schwangerschaft ab der 36. Schwangerschaftswoche kann mit der geburtsvorbereitenden Akupunktur begonnen werden. Es wird wöchentlich eine Sitzung gemacht. Ab errechnetem Geburtstermin finden die Sitzungen dann in einem kürzeren Abstand statt und die Aktivierung von Wehen wird intensiviert. Die Sitzungen können bis zur Geburt gemacht werden.
Welche Vorteile und Nachteile hat geburtsvorbereitende Akupunktur?
Die Akupunktur ist nicht nur zu Beginn der Schwangerschaft sinnvoll. Sie macht insbesondere als geburtsvorbereitende Massnahme Sinn, weil sie die schwangeren Frauen optimal auf die bevorstehende Geburt vorbereitet. So kann sie verschiedenste Beschwerden am Ende einer Schwangerschaft behandeln.
Die Vorteile der Akupunktur sind vielseitig. Wir weisen jedoch darauf hin, dass diese nicht bei allen Frauen gleich wirkt und die Vorteile nicht als Heilversprechen wahrgenommen werden dürfen.

Vorteile
Reifung des Muttermundes und die damit verbundene Verkürzung der Geburt
Die Akupunktur beeinflusst insbesondere den ersten Teil einer Geburt – sprich die Eröffnungsphase. Diese kann durch die Akupunktur im Vorfeld verkürzt werden. Der Muttermund kann sich schneller öffnen. Dafür wird im Vorfeld mittels Akupunktur das Gewebe und den Muttermund weich gemacht, das Becken geöffnet und die Mutterbänder gedehnt. Diese Wirkung ist wissenschaftlich gut erforscht.
Position des Kindes
Die Akupunktur hilft ausserdem den Kopf des Kindes optimal auszurichten, das Becken zu öffnen und das Gewebe weich zu machen. Dies braucht es, dass der Druckpunkt des Kindes auf den Gebärmutterhals erzeugt wird und sich dieser verkürzen und verstreichen kann und die Öffnung des Muttermunds während der Geburt rascher vollzogen wird. Ebenfalls kann ein Baby in Steisslage mittels Moxa zur Drehung bewegt werden
Mentale Stärkung der Frau
Des weiteren kann die Akupunktur die Frau nicht nur körperlich sondern auch mental stärken. So können Sorgen und Ängste gelindert werden. Die Akupunktur wirkt zudem oft entspannend.
Wehentätigkeit anregen
Ist der Geburtstermin überschritten, kann versucht werden, durch das Setzen der Nadeln die Wehen auszulösen. Dies kann auch bei vorzeitigem Blasensprung von Nutzen sein.
Nachteile
Die geburtsvorbereitende Akupunktur ist mit einigen wenigen Nachteilen und nahezu keinen Risiken verbunden:
Schwindel
Manche Frauen können während oder nach der Sitzung einen leichten Schwindel wahrnehmen. Deshalb sollte die Frau ausschliesslich sitzend oder liegend behandelt werden. Um die Gefahr eines Sturzes einzudämmen, sollte sie sich nach der Sitzung Zeit nehmen um aufzustehen.
Nadelangst
Das Setzen der Nadeln ist in der Regel nicht schmerzhaft. Ist der Punkt aber gut getroffen, kann es jedoch zu einem leichtem Kribbeln oder Brennen und einem Wärmegefühl kommen. Dies ist völlig normal und zugleich harmlos. Trotzdem haben einige Frauen Angst vor der Akupunktur, gerade dann wenn sie grosse Angst vor Nadeln haben.
Tipp: Nimm Deine Ängste ernst und sprich bei der ersten Sitzung an. So können die Nadeln behutsam gestochen werden und Du kannst Dich dabei besser entspannen.
Welche Rolle spielt der kleine Zeh bei der Akupunktur?
Am äusseren Nagelwinkel des kleinen Zehs liegt der Akupunkturpunkt Blase 67 (BL 67). Beim Mannheimer Schema wird dieser Punkt ab der 38. Schwangerschaftswoche zusätzlich genadelt.
Derselbe Punkt wird auch bei der Moxibustion bei Beckenendlage eingesetzt – dabei jedoch mit Wärme statt mit einer Nadel stimuliert. Die schöne Merkhilfe aus der TCM lautet: „Moxa is for the baby, needling is for the mother.“
Mehr über die Hintergründe und die Erfahrungen aus der Praxis erfährst du in unserem Interview zur geburtsvorbereitenden Akupunktur mit TCM-Spezialistin Anja Koller →

Wie oft solltest Du geburtsvorbereitende Akupunktur machen?
Die besten Resultate der geburtsvorbereitenden Akupunktur liegen ab vier bis fünf Sitzungen vor – daher nicht zu lange warten und sich besser schon im Vorfeld ab Schwangerschaftswoche 34 in der Akupunktur-/TCM-Praxis melden. Es ist wichtig, dass die Akupunktur von speziell dafür ausgebildeten Akupunkteuren oder einer Hebamme durchgeführt wird.
Wer bezahlt für die Behandlung?
Die Kosten für die Akupunktur zur Geburtsvorbereitung liegen je nach Zeitaufwand und Stundenansatz des Therapeuten bei ca. CHF 100.- bis 150.-. Die Zusatzversicherung der Krankenkasse übernimmt einen grossen Teil der Kosten.
Fazit: Akupunktur zur Geburtsvorbereitung – wann sie sinnvoll sein kann
Geburtsvorbereitende Akupunktur kann eine interessante Ergänzung in den letzten Wochen der Schwangerschaft sein. Üblicherweise wird ab der 36. Schwangerschaftswoche begonnen und einmal wöchentlich behandelt.
Wenn du Akupunktur zur Geburtsvorbereitung ausprobieren möchtest, informiere dich frühzeitig und achte auf eine qualifizierte Fachperson mit Erfahrung in der Behandlung von Schwangeren. Besonders wenn du vier bis fünf Sitzungen einplanen möchtest, lohnt es sich, bereits einige Wochen vorher einen Termin zu vereinbaren.
FAQs
Was bringt Akupunktur vor der Geburt?
Das kann eine geburtsvorbereitende Akupunktur bringen.
- verbesserte Reifung des Muttermundes
- positive Beeinflussung der Wehenkoordination
- Möglichkeit Wehen auszulösen
- allfällige Verkürzung der Geburt um ca. zwei Stunden
- Drehung bei Steisslage mittels Moxa
Wie viel kostet die Behandlung?
Die Kosten liegen je nach Zeitaufwand und Stundenansatz des Therapeuten zwischen CHF 100.- und 150.-. In der Regel übernimmt die Zusatzversicherung der Krankenkasse einen grossen Teil der Kosten.
Wie schnell wirkt die Behandlung?
Die chinesische Akupunktur wirkt in der Regel sofort. Nichtsdestotrotz sind für einen optimalen Erfolg insgesamt durchschnittlich 4-5 Sitzungen vor der Entbindung nötig.
Was bewirkt die Behandlung?
Akupunktur vor der Geburt kann Folgendes bewirken:
- Reifung des Gebärmutterhalses
- kräftigen von Kopf und Körper der Frau
- lindern von Geburtsschmerzen
- Verkürzung des Geburtvorgangs
- Drehung bei Steisslage mittels Moxa
Was zieht man zur geburtsvorbereitenden Akupunktur an?
Am besten ziehst Du bequeme Kleider an. Je nach dem wo die Nadeln gesetzt werden, musst Du Dich so nicht ganz ausziehen. Falls doch, bieten Akupunkteure wärmende Decken an. Viele Akupunkteure setzen die Nadeln am Bein und am kleinen Zeh.




