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Effektive Geburtsvorbereitung durch Ernährung: Was bringt die Louwen-Diät?

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aktualisiert am 29.07.26

Die Louwen-Diät – auch Louwen-Ernährung genannt – ist eine Ernährungsform für die letzten Wochen der Schwangerschaft. Durch den Verzicht auf raffinierten Zucker und bestimmte schnell verwertbare Kohlenhydrate soll der Blutzuckerspiegel möglichst konstant gehalten und der Körper auf die Geburt vorbereitet werden.

Doch was steckt hinter der Louwen-Diät, wann beginnt man damit und welche Lebensmittel sind erlaubt? Wir erklären dir das Prinzip – und was über die Wirkung tatsächlich bekannt ist.

Was ist die Louwen-Diät?

Die Louwen-Diät geht auf den Gynäkologen und Geburtsmediziner Prof. Dr. Frank Louwen zurück. Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich nicht um eine Diät zum Abnehmen, sondern um eine Ernährungsweise für die letzten Wochen der Schwangerschaft.

Im Mittelpunkt stehen Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index, die den Blutzuckerspiegel weniger stark ansteigen lassen. Die Idee dahinter ist, dadurch die hormonellen Prozesse vor der Geburt günstig zu unterstützen. Häufig wird der Louwen-Ernährung zugeschrieben, dass sie sich positiv auf Geburtsbeginn, Geburtsdauer und Schmerzen auswirken könnte. Für diese konkreten Effekte gibt es bislang allerdings keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege.

Wie funktioniert sie?

In den letzten Wochen vor der Geburt spielen Prostaglandine eine wichtige Rolle: Sie sind unter anderem an der Reifung des Gebärmutterhalses beteiligt und unterstützen die Vorbereitung des Körpers auf die Geburt.

Die Louwen-Ernährung setzt darauf, starke Blutzucker- und Insulinspitzen durch die Wahl von Lebensmitteln mit niedrigerem glykämischem Index zu vermeiden. Daraus entstand die Theorie, dass dies die natürlichen hormonellen Prozesse vor der Geburt unterstützen könnte. Ob sich dadurch tatsächlich Geburtsdauer, Schmerzen oder der Zeitpunkt des Geburtsbeginns beeinflussen lassen, ist wissenschaftlich bislang nicht ausreichend untersucht.

Tipp: Mehr zum Thema der wichtigsten Nährstoffe während der Schwangerschaft findest du hier in Form einer tollen Broschüre des Bundesamtes für Gesundheit.

Ab acht bis sechs Wochen vor dem errechneten Termin kann zusätzlich dazu auch auf die spezielle Louwen-Diät zurückgegriffen werden. Mit ihr soll der Körper optimal auf die Geburt vorbereitet werden, indem auf bestimmte Lebensmittel verzichtet wird, die einen hohen Anteil an Kohlenhydraten und Zucker aufweisen. Durch das Meiden von Lebensmitteln, die den Blutzucker stark ansteigen lassen, soll bewirkt werden, einen niedrigen glykämischen Index herbeizuführen.

Dieser führt dann zu einer reduzierten Insulin-Ausschüttung, was wiederum den Wirkungsmechanismus von Prostaglandinen (ein Hormon, welches eine wichtige Rolle bei der Schmerzverteilung spielt) positiv beeinflusst. Hierbei handelt es sich um ein Gewebshormon, welches der Körper ab der 35. SSW verstärkt ausgeschüttet.

Diese Hormone sorgen dafür, dass der Körper langsam auf die Geburt vorbereitet wird, indem sie an der Zelloberfläche an den entsprechenden Rezeptoren andocken. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel und die damit einhergehende verstärkte Insulin-Ausschüttung stehen diesem Vorgang allerdings im Wege, da die gleichen Rezeptoren bereits überwiegend von dem Insulin-Hormon besetzt sein können. Durch die Ernährung nach der Louwen-Diät zur Geburtsvorbereitung soll dies direkt vermieden werden.

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Ist die Methode sinnvoll?

Generell ist es sinnvoll den glykämischen Index so gering wie möglich zu halten, was wiederum auch für ein Umstellen auf diese spezielle Ernährungsform spricht. Solle man sich jedoch damit unwohl fühlen, ist es kein Problem, dieser nicht nachzugehen und sich stattdessen gesund und ausgewogen zu ernähren, wie es auch vom BAG empfohlen wird.

Die Louwen Diät sollte ausserdem nicht verfolgt werden, wenn die Schwangere unter Diabetes Typ 1 oder an einer Stoffwechselerkrankung leidet. 

Wusstest du, dass es auch Lebensmittel gibt, welche die Wehen anregen? Erfahre hier mehr dazu.

Welche Vorteile kann die Louwen-Ernährung haben?

Unabhängig von den bislang nicht ausreichend belegten Effekten auf die Geburt kann die Grundidee der Louwen-Ernährung sinnvoll sein: weniger raffinierten Zucker und stark verarbeitete Kohlenhydrate, dafür mehr Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse, Nüsse und andere nährstoffreiche Lebensmittel.

Eine solche ausgewogene Ernährung mit hochwertigen Kohlenhydratquellen und ausreichend Ballaststoffen entspricht grundsätzlich auch heutigen Ernährungsempfehlungen. Ob die Louwen-Diät darüber hinaus die Geburt verkürzt, Schmerzen reduziert oder eine Terminüberschreitung verhindert, lässt sich derzeit nicht zuverlässig sagen.

Warum erleichtert die Louwen Diät die Geburt?

Werden Lebensmittel mit einem niedrigen Kohlenhydrat-Anteil vermieden, wird der Blutzuckerspiegel schnell gesenkt und damit wird auch weniger Insulin ausgeschüttet. Somit docken sich die Prostaglandine vermehrt an die entsprechenden Rezeptoren, da diese nicht mehr durch das Insulin-Hormon versperrt werden.

Das Wirkungshormon Prostaglandin sorgt dafür, dass sich der Gebärmutterhals verkürzt und der Muttermund weicher wird – somit spielen sie auch beim Auslösen der Wehen eine wichtige Rolle. Durch sie kann den Geburtsvorgang nicht nur schneller, sondern auch leichter verlaufen. 

Erlaubte und verbotene Lebensmittel für eine leichtere Geburt

Ideale Lebensmittel sind solche, die einen tieferen glykämischen Index aufweisen, also dass sie weniger Kohlenhydrate und einen geringeren Zuckeranteil beinhalten. Neben einem längeren Sättigungsgefühl wird der zudem der Blutzucker konstant gehalten.

Beispielsweise sind Linsen, Haferflocken, Wildreis, Vollkornprodukte, Eier, Samen oder Nüsse empfehlenswert. Ausserdem kann vor der Geburt auf bestimmte Gemüsesorten wie Zucchini, Aubergine, Spinat, Brokkoli, rohe Möhren oder Paprika zurückgegriffen werden.

Produkte aus Weizenmehl, Kartoffeln, Reis oder Süssigkeiten, aber auch verschiedene Obstsorten wie Melonen oder Bananen lassen den Blutzucker steigen und sollten daher auf dem Speiseplan vermieden werden. 

Die Louwen-Ernährung in den letzten Schwangerschaftswochen

Möchte man sich nach dieser Diätform ernähren, empfiehlt es sich, dies ab acht Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zu tun. Ernähren sich Schwangere in den letzten Wochen vor der Geburt so, dass sie weniger Kohlenhydrate zu sich nehmen und der Blutzuckerspiegel konstant gering bleibt, haben die Prostaglandine die bestmögliche Voraussetzung, den Körper auf natürliche Art und Weise auf die Geburt vorzubereiten. 

Das Thema Ernährung ist ebenfalls eine wichtige Rolle in unseren Kursen – schau dich gerne in unsrem Angebot um:

Fazit

Die Louwen-Diät ist keine klassische Diät, sondern eine Ernährungsweise für die letzten Wochen der Schwangerschaft. Im Mittelpunkt stehen Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel möglichst gleichmässig halten, während raffinierter Zucker und stark verarbeitete Kohlenhydrate reduziert werden.

Viele Grundprinzipien passen gut zu einer ausgewogenen Ernährung in der Schwangerschaft. Ob die Louwen-Ernährung darüber hinaus tatsächlich zu einer kürzeren, schmerzärmeren Geburt führt oder den Geburtsbeginn beeinflusst, ist wissenschaftlich bisher nicht ausreichend belegt.

Du musst die Louwen-Diät deshalb nicht strikt einhalten, um dich gut auf deine Geburt vorzubereiten. Eine abwechslungsreiche, nährstoffreiche Ernährung ist während der Schwangerschaft grundsätzlich die wichtigere Basis.

FAQs

Sollten Schwangere die Louwen Diät einhalten?

Grundsätzlich empfiehlt sich die Louwen Diät, welche durch den Leiter der Geburtshilfe, Prof. Dr. Frank Louwen, entwickelt wurde. Wenn man sich mit dieser Ernährungsumstellung nicht wohl fühlt, muss sie allerdings nicht fortgesetzt werden. Wichtig ist jedoch, eine gesunde und ausgewogenen Ernährung (beispielsweise nach der BAG-Empfehlung) beizubehalten. Im Zweifel halte immer Rücksprache mit Arzt und/oder Hebamme.

Wann kann ich mit der Louwen-Diät beginnen?

Es empfiehlt sich etwa sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin mit der Louwen Diät zu beginnen.

Was sollte man am Tag vor dem Kaiserschnitt essen?

Eine leichte Kost wie Suppen, Säfte oder klare Flüssigkeiten sind sinnvoll. Idealerweise wird dies mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin sowie im Anästhesie-Gespräch besprochen. Ab sechs Stunden vor dem Eingriff darf nichts mehr gegessen werden.

Auf was verzichten bei Louwen Diät?

Alle Lebensmittel, die für einen Anstieg des Blutzuckers sorgen, sollen vermieden werden. Dazu zählen beispielsweise Süssigkeiten, Weizenmehlprodukte, Kartoffeln oder Bananen. Lebensmittel mit einem niedrigem Kohlenhydrat-Anteil sind erlaubt. 

Was frühstücken bei Louwen Diät?

Ein ausgewogenes Frühstück, welches aus vollwertigen Lebensmitteln besteht, ist ratsam. Es empfehlen sich beispielsweise Haferflocken, Nüsse, Milchprodukte oder Äpfel und Beeren. 

Welches Mehl ist in dieser Diät erlaubt?

Auf Weizenmehl sollte verzichtet werden. Produkte aus Vollkornmehl sind hingegen erlaubt. 

Warum kein Zucker und Weissmehl vor der Geburt?

Da Lebensmittel, die viel Zucker oder Weissmehl enthalten, einen Anstieg des Blutzuckerspiegel und somit eine erhöhte Insulin-Ausschüttung bewirken, sollte auf diese verzichtet werden. 

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Nadine Ballmer

Beitrag von

Nadine Ballmer

Nadine Ballmer ist die Gründerin und CEO von HypnoBirthing Schweiz und hat die Geburtsvorbereitung in der Schweiz revolutioniert. Mit über 14 Jahren Erfahrung und einer beeindruckenden Ausbildung als Mentaltrainerin, Hypnoseinstruktorin NGH sowie diversen Weiterbildungen in EMDR, NLP, Schmerzmanagement, Sportmentaltraining und provokativer Therapie, widmet sie sich der Mission, Frauen eine Geburt ohne Angst und mit reduzierten Schmerzen zu ermöglichen. Seit 2009 hat Nadine Ballmer mit ihrem Team unzähligen Familien geholfen, sich auf eine positive Geburtserfahrung einzustimmen. Mit ihrem Unternehmen MentalMed Group GmbH unterstützt sie zudem Frauen und Paare mit unerfülltem Kinderwunsch sowie Athleten im Sport- und Leistungsbereich und bildet in ihren Seminaren MentaltrainerInnen aus. Sie ist Mutter von Zwillingen und einem Jungen, passionierte Halbmarathon-Läuferin und lebt in Zürich.

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